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B2B E-Rechnungspflicht ab 2025
Das Wachstumschancengesetz (BGBl. I 2024 Nr. 108) hat die Pflicht zur strukturierten elektronischen Rechnung im deutschen B2B-Bereich eingeführt. Anders als viele denken, betrifft diese Pflicht nicht nur das Ausstellen — sie beginnt mit der Empfangspflicht:
Ab dem 1. Januar 2025 muss jedes in Deutschland ansässige Unternehmen in der Lage sein, strukturierte elektronische Rechnungen von anderen inländischen Unternehmen zu empfangen und verarbeiten. Eine einfache PDF-Rechnung genügt nicht mehr als "echte" E-Rechnung im gesetzlichen Sinne.
Was ist ZUGFeRD?
ZUGFeRD (Zentraler User Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland) ist ein hybrides Rechnungsformat: Es kombiniert ein lesbares PDF-Dokument mit einem eingebetteten XML-Datensatz. Der Mensch liest das PDF; die Software liest das XML.
Der international bekannte Name dieses Formats lautet Factur-X — ZUGFeRD ist die deutsche Ausprägung des gleichen Standards. Beide Begriffe beschreiben dasselbe Format.
Das PDF/A-3-Format dient als Container: Die XML-Datei wird als Anhang in das PDF eingebettet. Empfänger, deren Software das Format nicht verarbeiten kann, erhalten trotzdem eine lesbare Rechnung — ein entscheidender Vorteil gegenüber der reinen XML-Rechnung.
ZUGFeRD vs XRechnung: Unterschiede
Beide Formate basieren auf dem europäischen Standard EN 16931, unterscheiden sich aber erheblich in ihrer Struktur:
| Merkmal | ZUGFeRD / Factur-X | XRechnung | |---------|-------------------|-----------| | Dateiformat | PDF/A-3 + XML | Reines XML (UBL 2.1 oder CII) | | Lesbarkeit | Mensch + Maschine | Nur Maschine | | Verwendung | B2B, auch privat | Primär Behörden | | Leitweg-ID | Nicht erforderlich | Bei Behörden Pflicht | | Dateigröße | Größer (enthält PDF) | Klein (reines XML) | | Akzeptanz Behörden | Eingeschränkt | Weit verbreitet | | Empfänger-Komfort | Hoch (PDF lesbar) | Gering (XML-Viewer nötig) |
Wann ZUGFeRD, wann XRechnung?
- Rechnungen an Behörden (Bund/Länder): XRechnung bevorzugt, teils Pflicht
- B2B zwischen Unternehmen: ZUGFeRD empfohlen — lesbar für Mensch und Maschine
- Internationaler Einsatz: Factur-X (= ZUGFeRD) wird in Frankreich und weiteren EU-Ländern unterstützt
ZUGFeRD Profile: Minimum, Basic, EN 16931
ZUGFeRD kennt verschiedene Konformitätsstufen:
| Profil | Pflichtfelder | Verwendung | |--------|--------------|-----------| | MINIMUM | Sehr wenige | Intern, keine vollständige Rechnung | | BASIC WL | Wenige | Verrechnung ohne Positionsdaten | | BASIC | Standard | Einfache Rechnungen mit Positionen | | EN 16931 | Vollständig | Gesetzeskonforme E-Rechnung | | EXTENDED | Erweitert | Komplexe Handelsszenarien |
Für die B2B-Rechnungspflicht ist mindestens das Profil EN 16931 (auch "Comfort" genannt) erforderlich. Nur dieses Profil erfüllt vollständig die Anforderungen des europäischen Standards.
Welches Format für welchen Fall?
Szenario 1: Lieferant einer Bundesbehörde → XRechnung mit Leitweg-ID, einreichen über ZRE
Szenario 2: B2B-Rechnung zwischen Unternehmen ab 2027 → ZUGFeRD EN 16931 — leicht zu implementieren, keine Leitweg-ID nötig
Szenario 3: Unternehmen möchte ab 2025 freiwillig E-Rechnungen ausstellen → ZUGFeRD EN 16931 empfohlen — zukunftssicher und kompatibel
Szenario 4: Internationaler Rechnungsaustausch mit EU-Partner → Factur-X (= ZUGFeRD) — wird in Frankreich, Spanien und weiteren Ländern akzeptiert
Zeitplan: Wer muss ab wann?
| Zeitraum | Anforderung | Betroffene | |----------|------------|-----------| | Ab 01.01.2025 | E-Rechnungen empfangen können | Alle inländischen B2B-Unternehmen | | Ab 01.01.2027 | E-Rechnungen ausstellen | Unternehmen > 800.000 € Jahresumsatz | | Ab 01.01.2028 | E-Rechnungen ausstellen | Alle inländischen B2B-Unternehmen |
Hinweis: Die Pflicht gilt für Umsätze zwischen inländischen Unternehmen (§ 14 UStG). Rechnungen an Privatpersonen (B2C) sowie grenzüberschreitende Rechnungen sind von der Pflicht ausgenommen.
ZUGFeRD erstellen mit Dokuwandel
Mit dem Dokuwandel ZUGFeRD-Tool wandeln Sie Ihre bestehende PDF-Rechnung in ein rechtskonformes ZUGFeRD-Dokument um — in unter einer Minute, ohne Software-Installation, DSGVO-konform auf deutschen Servern.
Der Prozess:
- PDF-Rechnung hochladen
- Fehlende Pflichtfelder ergänzen
- ZUGFeRD-Profil wählen (empfohlen: EN 16931)
- PDF/A-3 Datei herunterladen
Das fertige Dokument enthält das eingebettete XML und besteht die Validierung des offiziellen KoSIT-Validators.
ZUGFeRD-Rechnung erstellen →
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