Hinweis: Die Inhalte auf dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Steuer-, Rechts- oder Buchhaltungsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Steuerberater oder Rechtsanwalt.
Stripe in der Buchhaltung: Die Herausforderung
Stripe ist für viele SaaS-Unternehmen, Online-Shops und Dienstleister das primäre Zahlungssystem. Buchhalterisch stellt Stripe jedoch eine besondere Herausforderung dar: Stripe zahlt nicht jeden einzelnen Umsatz aus, sondern fasst Zahlungseingänge, Rückerstattungen und Gebühren in täglichen oder wöchentlichen Payouts (Auszahlungen) zusammen.
Eine einzige Stripe-Auszahlung kann dabei enthalten:
- Kundenzahlungen aus mehreren Tagen
- Stripe-Gebühren (Processing Fee) je Transaktion
- Rückerstattungen (Refunds) an Kunden
- Rückbuchungen (Chargebacks) und Chargeback-Gebühren
- Stripe-Steuern (wenn Stripe Tax aktiviert ist)
Die Differenz zwischen dem Bruttoumsatz und dem ausgezahlten Nettobetrag muss buchhalterisch korrekt aufgelöst werden.
Stripe Auszahlungen verstehen
Im Stripe Dashboard finden Sie unter Zahlungen → Auszahlungen jeden einzelnen Payout mit dem Auszahlungsdatum und -betrag. Klicken Sie auf eine Auszahlung, sehen Sie alle enthaltenen Transaktionen.
Für die Buchhaltung ist der Balance Transaction Report das zentrale Dokument:
- Abrufbar unter Berichte → Balance → Balance-Transaktionen
- Enthält alle Transaktionen mit: Datum, Typ (charge, refund, payout, fee, etc.), Brutto, Gebühr, Netto
- Kann als CSV exportiert werden
Tipp: Aktivieren Sie in den Stripe-Berichten die Spalten
reporting_categoryundconnected_account— das erleichtert die spätere Kategorisierung erheblich.
Gebühren und Rückerstattungen korrekt buchen
Stripe-Gebühren buchen
Stripe erhebt in Deutschland in der Regel 1,5 % + €0,25 pro Kartentransaktion (Stand 2026, Standardtarif). Diese Gebühren sind Betriebsausgaben und müssen von den Bruttoumsätzen getrennt verbucht werden:
- Bruttoumsatz → Erlöskonto (z. B. 8400 SKR03)
- Stripe-Gebühr → Aufwandskonto (z. B. 4970 SKR03 „Nebenkosten des Geldverkehrs")
- Nettobetrag → Forderungen Stripe oder direkt Bankkonto bei Auszahlung
Rückerstattungen buchen
Rückerstattungen mindern den Umsatz der Periode, in der die Rückerstattung erfolgt — nicht die Ursprungsperiode. Wenn Sie im Februar eine Zahlung aus Januar erstatten, verbuchen Sie die Rückerstattung im Februar.
Beachten Sie: Bei Rückerstattungen erstattet Stripe in der Regel nicht die ursprüngliche Gebühr. Die Gebühr für die ursprüngliche Transaktion ist verloren — außer bei bestimmten Enterprise-Konditionen.
DATEV-Konten für Stripe
Empfohlene Kontozuordnung im SKR03:
| Buchungsart | Konto SKR03 | Konto SKR04 | Beschreibung | |-------------|-------------|-------------|--------------| | Umsatz 19 % | 8400 | 4400 | Standardumsätze | | Umsatz 7 % | 8300 | 4300 | Ermäßigte Steuer | | Stripe-Gebühren | 4970 | 6855 | Nebenkosten Geldverkehr | | Chargeback-Gebühren | 4970 | 6855 | Nebenkosten Geldverkehr | | Rückerstattungen | 8400 (negativ) | 4400 (negativ) | Minderung Erlöse | | Stripe-Guthaben (Transit) | 1460 | 1200 | Stripe-Verrechnungskonto | | Auszahlung an Bank | 1200 | 1800 | Girokonto |
Stripe-Verrechnungskonto: Viele Buchhalter führen ein separates Stripe-Transitkonto (1460 im SKR03), das den aktuellen Stripe-Kontostand abbildet. Jede Stripe-Zahlung eines Kunden erhöht dieses Konto, jede Auszahlung an die Bank mindert es.
Stripe CSV exportieren: Schritt für Schritt
- Stripe Dashboard öffnen → Berichte → Zahlungen → Balance-Transaktionen
- Zeitraum wählen (z. B. letzter Monat oder letztes Quartal)
- Alle Spalten aktivieren: insbesondere
reporting_category,fee,net,currency - CSV herunterladen — Datei enthält alle Transaktionen im gewählten Zeitraum
- Optional: Separaten Export für Auszahlungen erstellen (Berichte → Auszahlungen)
Achtung bei mehreren Währungen: Wenn Sie in EUR und USD akzeptieren, enthält der CSV beide Währungen. Umrechnungen müssen zum Transaktionsdatum mit offiziellen EZB-Kursen erfolgen.
Import in DATEV
Der direkte Import von Stripe-CSVs in DATEV ist nicht möglich — Stripe nutzt ein eigenes Format, das nicht dem DATEV-Buchungsstapel-Format entspricht.
Der Weg führt über eine Zwischenstufe:
Option 1: Manuell über DATEV Unternehmen Online Einzelne Buchungssätze manuell erfassen — bei geringem Belegvolumen (unter 50 Transaktionen/Monat) vertretbar, aber fehleranfällig.
Option 2: Konvertierung über Dokuwandel
Laden Sie Ihren Stripe-CSV-Export hoch und erhalten Sie einen fertig aufbereiteten DATEV-Buchungsstapel. Die Konvertierung ordnet reporting_category automatisch den passenden DATEV-Konten zu, trennt Gebühren von Umsätzen und konsolidiert Auszahlungen korrekt.
Option 3: Über Ihren Steuerberater Viele Kanzleien haben Erfahrung mit Stripe und können den CSV-Export direkt in ihr DATEV-System einlesen — fragen Sie nach.
Hinweis: Die Inhalte auf dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Steuer-, Rechts- oder Buchhaltungsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Steuerberater oder Rechtsanwalt.